Arbeiten für Mercedes-Windpark gestartet

Auf dem ATP-Prüfgelände in Papenburg sind buchstäblich fundamentale Arbeiten angelaufen

Von Gerd Schade in der NOZ – Emszeitung vom 26.11,2025

Papenburg So richtig zu sehen ist es aus dem öffentlichen Raum eher nicht – und doch sind die Bauarbeiten für den Mercedes-Windpark auf dem ATP-Prüfgelände in Papenburg gestartet. Es entstehen die ersten „Riesenbauwerke“.
Das teilte Christian Strentzsch, Leiter des Geschäftsbereichs Stadtentwicklung der Stadt Papenburg, auf der vergangenen Versammlung des Bürgervereins vom Obenende mit. Demnach sind für die ersten zwei Anlagen die Betonfundamente gegossen worden. „28 mal 28 Meter breit und drei Meter hoch purer Beton.“ Bis Juni kommenden Jahres sollen alle Fundamente fertig sein.

2026 soll der Hochbau beginnen
Wie Strentzsch weiter ausführt, solle dann ab September 2026 der eigentliche Hochbau beginnen und „der ganze Park“ mit insgesamt 20 Windkraftanlagen und einer Leistung von 140 Megawatt im ersten Halbjahr 2027 fertiggestellt sein. Die Betonfundamente und Betontürme des Windenergieparks mit Nabenhöhen von 164 Metern werden nach Angaben der Investoren vom Bauunternehmen Max Bögl Wind AG produziert. 13 Anlagen sollen auf Papenburger, sieben auf dem Gebiet der Gemeinde Surwold entstehen. Jede wird am Ende laut Plan bei einem Rotordurchmesser von 80 Metern mehr als 240 Meter hoch sein.

Betrieb auf Prüfgelände läuft weiter
Seit September 2022 ist bekannt, dass das Unternehmen Umweltgerechte Kraftanlagen (UKA) aus Meißen im südlichen Teil des insgesamt 800 Hektar großen Testgeländes Windräder bauen und dafür einen dreistelligen Millionenbetrag investieren will. Der Test- und Forschungsbetrieb auf dem Prüfgelände, auf dem zuletzt mehrfach neue Geschwindigkeitsrekorde von E-Autos aufgestellt worden sind, soll parallel zum Bau des Windparks weiterlaufen.
De facto vermietet Mercedes-Benz (MB) seine Flächen auf dem Prüfgelände im Rahmen eines sogenannten Power Purchase Agreements für 25 Jahre an UKA, das dann den Strom an Mercedes verkauft. Der Autokonzern will damit nach eigenen Angaben 20 Prozent des jährlichen Bedarfs der Mercedes-Benz-Group in Deutschland decken.

Wie kann die Region profitieren?
Und wie kann die Region profitieren? Zu einer finanziellen Beteiligung der umliegenden Kommunen Papenburg, Surwold, Bockhorst und Rhauderfehn haben sich die Investoren laut Information auf der Seite windpark-pruefgelaende.de in Höhe von 0,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde entschlossen. Die Betreibergesellschaft für den Windpark soll ihren Sitz in Papenburg haben und entsprechend dort auch Gewerbesteuern zahlen. Was darüber hinaus eine Art „Akzeptanzabgabe“ für Einwohner betrifft, die in weniger als 2500 Meter Entfernung von dem Windpark leben, werde von UKA geprüft, sagte Strentzsch.

Fotos: Archiv Helmut Kramer in Kooperation mit Bernd Robben