Das Funktionieren eines ländlichen Haushaltes war und ist untrennbar mit dem Vorhandensein von gutem Trinkwasser verbunden.
Zur Versorgung von Mensch und Tier wurde bisher das zum täglichen Leben nötige Trink- und Brauchwasser als Regenwasser gesammelt oder aus Flüssen und Bächen herangeschafft.
Auf den Höfen der Landbevölkerung war es üblich, dass Wasser ausbreiten und Zisternen zu entnehmen, bei denen man das Wasser direkt mit einem Eimer aus dem Brunnen schöpfte.

Daneben gab es Ziehbrunnen, aus denen das Wasser mit einer langen Stange und mit einem daran befestigten Gegengewicht aus der Tiefe gefördert wurde.
Das Wasserholen war fester Bestandteil der täglichen Hausarbeit. Vor allem die Frauen mussten das Wasser Eimer für Eimer heranschleppen.
An Waschtagen und beim Schlachten sowie zu dem wöchentlichen Badetag summierte sich die Menge der benötigten Wassers leicht auf über 1000 l, das waren dann etwa 100 Eimer Wasser, die von draußen ins Haus herangeschleppt werden mussten.

Foto: Archiv Bernd Robben – aufgenommen im Museumsdorf Cloppenburg
Gesundes, wohlschmeckendes Wasser war nicht selbstverständlich. Häufig war es moorig und muffig, es war braun und von hohem Eisen – oder Mangangehalt. Da die Brunnen nicht immer verschlossen waren, und zum Teil in der Nähe des Misthaufens lagen, war das Wasser oft mit Fäkalien und Unrat verunreinigt.
Erst Anfang des 20. Jahrhunderts begann man, Wasserwerke zu bauen. Damit aber zunächst nur die Städte versorgt. Auf dem Lande hat man sich lange mit der Eigenversorgung begnügen müssen