Kohle Kurs Emden – Unterrichtsfilm aus dem Jahr 1953

Dieser Film ist eingebunden in einen Handlungsrahmen. Insgesamt gibt er einen authentischen Einblick in die damalige Lage und Lebensweise der Schiffer in ihrer Aufgabe, Kohle und Stahl „unter Dampf“ durch das Emsland zu transportieren.

Regie: Herbert Fischer

Buch: Frank Leberecht

Kamera: Karl Koch

Darsteller: N. N.

Drei Akzente bilden den Charakter dieses Films. Der technische Ablauf einer Kanalfahrt, die wirtschaftliche Bedeutung der Binnenwasserstraßen und ein Lebensbild der Binnenschiffer. Sie sind durch die Elemente der Spielhandlung zu einer natürlichen Einheit verbunden. Von Dortmund, einem wichtigen Umschlagplatz für Kohle und Erz, soll eine Ladung Kohle auf ‚Kurs Emden‘ gesetzt werden. Die Reederei hat dem Auftraggeber versprochen, dass das Schiff am Montag in Emden sein werde. Zwei Schiffsjungen, Willi und Heiner, die auf zwei verschiedenen Schiffen arbeiten, schließen nun eine Wette ab. Beide Schiffe fahren durch den Mittellandkanal; welches wird zuerst am Ziele sein? Aber die Fahrt wird alles andere als ein Sport! Dutzende von Formalitäten sind zu erledigen, die Schleusenkammern müssen passiert werden, ein Schleppzug hat eine Panne und muss warten, bis der Motorschaden behoben ist. Allmählich erhält man einen Eindruck, wie stark sich dieses Stück Leben von dem auf dem Lande unterscheidet. Alles spielt sich auf den Schiffen und Kähnen ab. Am Rande ergeben sich noch eine Reihe berufskundlicher Hinweise, zumal aus dem Verlauf der Fahrt sehr deutlich wird, welche Arbeit Schiffsjungen und Binnenschiffer zu verrichten haben. In diesem Film geht es aber vor allem auch um die Freundschaft der beiden Schiffsjungen Heiner und Willi. Die Handlung beginnt im Dortmunder Hafen. Hier hat das Motorschiff ‚Osnabrück‘ gerade seine Erzfracht gelöscht und erhält als Eilfracht Kohle zugewiesen, die von der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen zu einem Frachter im Seehafen von Emden zu transportieren ist. Auf der MS Osnabrück ist einer der Hauptakteure des Films, der Schiffsjunge Willi, beschäftigt. Bei der Zeche Nordstern begegnet die ‚Osnabrück‘ dem Schleppkahn ‚Altmark‘ und dem Schiffsjungen Heiner, dem Sohn von Willis ‚Schipper‘. Auch die ‚Altmark‘ hat als Fracht Kohle übernommen, muss diese jedoch nach Salzgitter transportieren, das heißt, sie befährt den Dortmund-Ems-Kanal nur bis zum Abzweig Mittellandkanal. Die Wette zwischen den beiden Schiffsjungen, ob die ‚MS Osnabrück‘ den Schleppzug mit der ‚Altmark‘ noch bis zum Mittellandkanal einholen kann, baut neben dem bereits bestehenden Spannungsbogen des rechtzeitigen Transports der Kohle zum Seefrachter vor Emden einen zweiten, privaten, auf.
(Erstausstrahlung in der ARD am 25.05.1957)

aus: Begleittext zum Film