Sanierungsarbeiten auf Zielgerade
Züge sollen Ende Januar wieder rollen
Ein Beitrag von Carola Alge am 07.01.2015 in der Meppener Tagespost

Wenn das Wetter weiter mitspielt, werden die im vergangenen August begonnenen Sanierungsarbeiten der Bahnstrecke Meppen–Haselünne Ende Januar abgeschlossen.
Dann steht die Strecke, so eine Sprecherin des Landkreises Emsland auf Anfrage unserer Redaktion, wieder voll den darauf regelmäßig verkehrenden Güterzügen und der Museumseisenbahn der Eisenbahnfreunde Hasetal zur Verfügung.
Umgebaut wurden im Bereich Meppen bis Haselünne insgesamt fünf Streckenabschnitte mit einer Gesamtlänge von knapp 3,5 Kilometern. Die alten Schienen und Holzschwellen, deren Nutzungsdauer erreicht war, wurden ausgebaut und durch Schienenprofile mit einem größeren Querschnitt und Betonschwellen ersetzt. In den Bahnhöfen Bokeloh und Haselünne wurde jeweils eine Weiche erneuert. Darüber hinaus werden insgesamt sieben Bahnübergänge bzw. Grundstückszufahrten erneuert.
Bei der Bahnstrecke Meppen–Essen (Oldenburg) handelt es sich um eine der am häufigsten befahrenen Strecken der Emsländischen Eisenbahn (EEB). Deshalb investiert sie insgesamt 850000 Euro in die Sanierung der Gleisanlagen. 425000 Euro (50 Prozent) sieht die Förderung durch den Bund vor. Das Land Niedersachsen bezuschusst die Maßnahme mit 340000 Euro (40 Prozent). Die EEB schießt die verbleibenden 85000 Euro (zehn Prozent) hinzu.
Die EEB betreibt als hundertprozentige Tochter des Landkreises Emsland ein annähernd 110 Kilometer langes Streckennetz in den Landkreisen Emsland, Cloppenburg und Ammerland.
Wie notwendig die Sanierung der Gleisanlage ist, unterstreicht ein Zugunfall vom 31. Juli vergangenen Jahres. Damals war ein Güterzug auf der Strecke zwischen Haselünne und Meppen entgleist. Drei mit Baumstämmen beladene Waggons waren aus den Schienen gesprungen. Der Zug des privaten Schienenunternehmens EEB war, mit Baumstämmen beladen, auf der Fahrt von Meppen nach Haselünne neben derB 402 unterwegs, als der Lokführer bemerkte, dass die letzten drei Doppelwaggons aus den Schienen gesprungen waren. Dem Lokführer gelang es, den Zug anzuhalten. Die Bundesstraße war zeitweilig gesperrt. Das Gleis wurde auf einer Länge von 120 Metern stark beschädigt.
Ebenfalls auf der Strecke der EEB verunglückte im Oktober ein Pkw-Fahrer. Bei dem Unfall in der Meppener Neustadt erfasste ein Güterzug der Emsländischen Eisenbahn sein Auto am unbeschrankten Bahnübergang am Schlagbrückener Weg. Der Pkw wurde 150 Meter auf den Gleisen mitgeschleift. Der 54-jährige Fahrer, ein Mitarbeiter der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) schwebte zunächst in Lebensgefahr.