Windpark im Eleonorenwald: Landkreis Emsland will bald über Antrag entscheiden
Ein Beitrag von Mirco Moormann vom 08.12.2025 in der Neuen Osnabrücker Zeitung
Im Eleonorenwald, der auf dem Gebiet der Landkreise Emsland und Cloppenburg liegt, sind Windkraftanlagen geplant.
Wird im Eleonorenwald in Vrees ein Windpark mit 36 Anlagen entstehen?
Über den Antrag eines Projektierers will der Landkreis bald entscheiden. Es gibt zudem weitere Einwände aus dem Landkreis Cloppenburg.
Im Eleonorenwald bei Vrees sind 36 Windkraftanlagen geplant, davon 28 im Wald und acht außerhalb.
Der Landkreis Emsland prüft derzeit rund 60 Einwendungen, die im Rahmen der öffentlichen Auslegung eingingen, eine Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet.
Zehn Hektar Wald sollen für die Windräder in einem 700 Hektar großen Bereich dauerhaft beansprucht werden; ökologisch wertvolle Flächen bleiben geschützt.
Diese Artikelzusammenfassung ist ein neuer Service für Sie, den wir testen. Senden Sie uns gerne ein Feedback zu dieser Funktion an feedback@noz-digital.dIm und um den Eleonorenwald bei Vrees sind insgesamt 36 Windkraftanlagen geplant. Davon sollen 28 innerhalb des Waldes und acht außerhalb der Waldflächen errichtet werden. Die Pläne eines Projektierers, der Marka Taler GmbH & Co. KG aus Vrees, sind in der Vergangenheit vom Landkreis Cloppenburg kritisiert worden.
Nun sind im Rahmen einer mittlerweile abgeschlossenen, öffentlichen Auslegung weitere Einwände beim Landkreis eingegangen, wie die Behörde auf Anfrage mitteilt. Insgesamt seien etwa 60 Einwendungen eingegangen. Überwiegend handelt es sich dabei um inhaltsgleiche Einwendungen, welche vermehrt aus dem Raum Friesoythe kamen, heißt es aus Meppen.
Juristisch beraten hat einen Teil dieser Privatpersonen, allesamt Anwohner des Waldes, die Rechtsanwältin Jutta Engbers aus Friesoythe. Im Gespräch mit unserer Redaktion teilt sie mit, dass sich die Anwohner so eine Option auf eine spätere Klage offenhalten wollen. Auch von Naturschutzverbänden wurden Einwendungen erhoben. All diese Einwendungen werden derzeit von den Fachdiensten geprüft, in den kommenden Wochen soll laut Landkreis eine Entscheidung getroffen werden.
Warum Windenergieanlagen im Eleonorenwald möglich sind
Die Einwendungen richten sich laut Landkreis weniger gegen das konkrete Projekt, sondern mehr allgemein gegen die Errichtung von Windenergieanlagen im Wald bzw. im Eleonorenwald. Hierzu teilt die Behörde mit, dass die grundsätzliche Möglichkeit, Windenergieanlagen in diesem Gebiet zu errichten, bereits durch die Ausweisung der Vorranggebietsfläche durch das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) geschaffen worde
Die vom Land vorgegebenen Ziele, insgesamt knapp 9000 Hektar und damit mehr als drei Prozent der Kreisfläche, seien einzuhalten. „Aufgrund der hohen Vorgaben des Landes Niedersachsen blieb keine andere Möglichkeit, als Waldflächen als Vorranggebiete für eine Windenergienutzung zu benennen“, teilt Dezernent Michael Kiehl mit. Er verweist auch auf die einzuhaltenden Abstände zur Wohnbebauung und die im Emsland historisch gewachsene, sehr verstreute Siedlungsstruktur.
Waldumwandlungsantrag für Windpark-Flächen eingereicht
Auch der Einwand, dass aus dem Wald durch die Errichtung der Windkraftanlagen ein Industriegebiet werde, wird vom Landkreis entkräftet. Kiehl betont, dass ein Waldumwandlungsantrag seitens des Eigentümers, der Arenberg Meppen GmbH, vorliegt. Dieser beschränke sich auf die dauerhaft von Wald frei zu haltenden Flächen. „Die übrigen Flächen bleiben Wald im Sinne des Gesetzes. Es handelt sich nicht um ein Industriegebiet“, so Kiehl.
Windkraftanlagen in historisch wertvollen Waldbeständen seien laut RROP pauschal ausgeschlossen worden. Auch diese Befürchtung wurde aus dem Landkreis Cloppenburg geäußert. Grundsätzlich habe der Landkreis Emsland bei seiner Konzeption zur Windenergieplanung weitere Waldflächen behutsam für die Windenergienutzung geöffnet. Ökologisch wertvolle Waldflächen, die zum Schutz von Vogelarten und natürlichen Lebensräumen eingerichtet worden sind, seien ebenfalls pauschal nicht als Windvorranggebiet festgelegt worden.
Im derzeit laufenden baurechtlichen bzw. immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren wird über die Errichtung und den Betrieb von 36 Windenergieanlagen des Typs Enercon E175 EP5 E2 entschieden. Die Anlagen haben eine Nabenhöhe von 162 Metern, einen Rotordurchmesser von 175 Metern, eine Gesamthöhe von 249,5 Metern und eine Leistung von jeweils 7 Megawatt.
Nach Fertigstellung werden sie auf dem Gebiet der Gemeinden Vrees und Rastdorf stehen. Etwa zehn Hektar Wald sollen dauerhaft für die Anlagen in einem insgesamt 700 Hektar großen Bereich in Anspruch genommen werden, so die Pläne. Für jeden gefällten Baum muss der Projektierer 1,5 neue Bäume pflanzen.