Gärtnerische Siedlung im Papenburger Frühgemüseanbaugebiet
Sichere Existenzgrundlage für junge Berufsgärtner
Eine Fachveröffentlichung von Außenstellenleiter Hans Kieckhöfer – Meppen
- Probleme der Siedlung im Papenburger Frühgemüseanbaugebiet
Das Papenburger Frühgemüseanbaugebiet mit seinem letztjährigen Erzeugungsumsatz von fast 5 Millionen DM hat nicht nur auf den belieferten Absatzmärkten der Bundesrepublik guten Ruf und Anerkennung gefunden, sondern ist auch von der fachlich gärtnerischen Seite her beispielgebend geworden für andere Gebiete der Bundesrepublik, und zwar gerade dort, wo sich unter ähnlichen Verhältnissen Schwerpunkte einer gärtnerischen Planung und Siedlung zu bilden beginnen. In den letzten 5 Jahren hat sich im Raume Papenburg mit Unterstüztung zuständiger Behörden und Dienststellen eine Erzeugergemeinschaft gebildet, die in Erkenntnis der uns innerhalb des gemeinsamen Marktes zufallenden Aufgaben zielbewußt ihren Weg geht. Es sollen in diesem Zusammenhang nur einige wichtige Gesichtspunkte herausgestellt werden, die sich die planenden und beratenden Stellen als Richtschnur gewählt haben und die den Betriebsinhabern als Arbeitsgrundlage dienen:
- Der gärtnerische Betrieb ist mit seinen Erzeugungseinrichtungen ständig den Erfordernissen einer intensiven und rationellen Wirtschaftsführung anzupassen und damit auf die EWG auszurichten.
- Eine gute und intensive Fachberatung hat für den Siedlerbetrieb eine große Bedeutung und ist als eine wesentliche Förderungsmaßnahme anzusehen. Sie hat den Erkenntnissen auf dem Gebiet neuzeitlicher Kulturverfahren und den Gegebenheiten der Vermarktung stets Rechnung zu tragen,
- Die freiwillige Qualitätskontrolle und Sortierung sind in Anpassung an die Erfordernisse des Marktes zwingende Notwendigkeit zur Erzielung höchster Erzeugerpreise und zur Sicherung des Absatzes.
- Nur eine gut geführte und schlagkräftige Verkaufsorganisation auf genossenschaftlicher Grundlage garantiert die Krisenfestigkeit unserer gärtnerischen Betriebe.
- Eine gediege3, Die freiwillige Qualitätskontrolle und Sortierung sind in Anpassung an die Erfordernisse des Marktes zwingende Notwendigkeit zur Erzielung höchster Erzeugerpreise und zur Sicherung des Absatzes. 4. Nur eine gut geführte und schlagkräftige Verkaufsorganisation auf genossenschaftlicher Grundlage garantiert die Krisenfestigkeit unserer gärtnerischen Betriebe.ne und umfassende Nachwuchsausbildung über Lehrbetrieb, Gehilfenfortbildung und Fachschule trägt letztlich entscheidend dazu bei, das Anbaugebiet weiter auszuweiten und zu sichern.
Wohn- und Wirtschaftsgebäude eines Siedlerbetriebes an der Seeschleuse bei Papenburg
Im folgenden soll nun der Frage nachgegangen werden, inwieweit unter den gegebenen Verhältnissen für junge strebsame Berufsgärtner über die gärtnerische Siedlung im Frühgemüseanbaugebiet Papenburg die Schaffung einer nachhaltig gefestigten Existenzgrundlage mögich ist.
Sofern wir uns innerhalb der EWG behaupten wollen, muß die landwirtschaftliche und gärtnerische Bodennutzung zu immer rationelleren Wirtschafts- und Arbeitsmethoden gebracht werden. Daß wir hierbei unseren europäischen Partnern gegenüber vom Klima wie vom Boden her nicht in allem die beste Ausgangsposition haben, ist hinreichend bekannt.
Es sind daher alle sonstigen Faktoren weitgehend zu mobilisieren, um den Ausgleich für die Konkurrenzfähigkeit zuDie im Emsland jährlich aus der Kultivierung von Moorflächen und Ödländereien anfallenden Landreserven müssen vordringlich der Aufstockung in großer Zahl vorhandener landwirtschaftlicher Familienbetriebe in unzureichende Größe vorbehalten bleiben.
Für die Begründung neuer bäuerlicher Existenzen und damit auch sesshaft mache. Abgehender zweiter und dritter Bauern söhne kann Siedlungsland nur noch in beschränktem Umfang bereitgestellt werden. Daher sollten dort, wo gute allgemeine Voraussetzungen für den Frügemüseanbau gegeben sind, gärtnerische Betriebe begründet werden.
Nach unseren Erfahrungen erzielt ein gärtnerischer Familienbetrieb auf der Grundlage des Frühgemüseanbau mit einer Betriebsfläche von ca. 1,2 ha und ca. 200 m² heizbarer Glasfläche einen erheblich höheren Jahresumsatz als ein intensiv bewirtschafteter Hof von 20 ha.Die aufgewandten Siedlungsmittel für die Erstellung eines gärtnerischen Betriebes sind nicht höher als die Kosten für die Errichtung eines Bauernhofes.
Die gärtnerische Siedlung mit Schwerpunktbildung Frühgemüseanbau über genossenschaftlicher Vermarktung bietet bodenverbundenen jungen Leuten, zum Beispiel abgehenden Bauernsöhnen, eine echte Chance. Die Entscheidung müsste jedoch schon mit der Berufswahl und damit dem Lehrantritt in einem gärtnerischen Meisterbetrieb getroffen werden. Von den Frühgemüseanbausgebiet Papenburg Anfang 1964 vorhandenen ca. 120 gärtnerischen Betrieben waren etwa 50 % von Gärtnermeister geleitet, sodass der Nachwuchs hier ausgebildet werden könnte.